Wissenswertes über Alkohol

Im Gegensatz zum Konsum von illegalen Drogen wird der Alkoholmissbrauch in unserer «Konsumgesellschaft» gerne «übersehen». Dies, weil der Alkoholkonsum in der Schweiz gesellschaftlich verankert ist.

Die wichtigsten Zahlen auf einen Blick

  • Pro Kopf Konsum in der Schweiz: 8,7 l pro Einwohner im Jahr 2008
  • In der Schweiz sind über 300'000 Personen alkoholabhängig oder abhängigkeitsgefährdet.
  • Jährlich stehen in der Schweiz 40'000 Personen wegen Alkoholproblemen in Behandlung.
  • 3'300 Menschen sterben an den Folgen von Alkohol.
  • Alkoholkonsum spielt bei Verletzungen und Unfällen (Strassenverkehr und andere) eine wichtige Rolle. Selbst- und Fremdverletzungen geschehen zur Hälfte bei Männern und einem Viertel bei Frauen unter Alkoholeinfluss.
  • 5-10% aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem Betrieb haben statistisch gesehen ein Alkoholproblem.
  • In der Schweiz werden jährlich ca. 18'000 Urteile wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand (FIAZ) gefällt.
  • Durch missbräuchlichen Konsum von Alkohol entstehen enorme wirtschaftliche Schäden: Man rechnet mit 6-10 Milliarden Franken Folgekosten.

Ausführliche Angaben über die Alkoholkonsumgewohnheiten in der Schweiz finden Sie bei

suchtschweiz.ch bzw. SFA  (Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme).

Die Krankheit «Alkoholabhängigkeit»

In Schweizer Spitälern wurde im Jahre 2003 bei 3,8% der Männer (8055) und 1,5% der Frauen (3804) die Diagnose «Alkoholabhängigkeit» als Haupt- oder Nebendiagnose gestellt. Am grössten war der Anteil bei den 50-54 jährigen Männern: bei rund jedem 20. wurde eine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert. Aufgrund detaillierterer Untersuchungen mit spezifischerem Fokus auf den Alkoholkonsum wird angenommen, dass ca. 20% aller Spitaleintritte Alkoholprobleme aufweisen.

Auf Alkoholprobleme werden pro Jahr nebst 500'000 Krankenhaustagen 800'000 Arztbesuche zurückgeführt. In spezialisierten stationären Therapieeinrichtungen werden pro Jahr gut 1000 Personen mit dem Hauptproblem Alkoholabhängigkeit behandelt, zwei Drittel davon sind Männer, ein Drittel Frauen. Die grösste Altersgruppe bilden sowohl bei Männern als auch bei Frauen die 40-49-Jährigen.

Aufgrund von differenzierten Schätzverfahren zur Sterblichkeit und Krankheitslast (in welchen auch die kardioprotektiven und andere positive Auswirkungen von mässigem Alkoholkonsum mitberücksichtigt sind) wurden für das Jahr 2002 rund 3300 alkoholbedingte Todesfälle berechnet (Erkrankungen und Unfälle). Auf dem kardioprotektiven Hintergrund konnten demgegenüber durch den konsumierten Alkohol ca. 1300 Todesfälle verhindert werden. Es blieben also rund 2000 Todesfälle zu Lasten des Alkoholkonsums (ca. 1600 Männer und 400 Frauen).

Die meisten alkoholbedingten Todesfälle ergaben sich aufgrund von Lebererkrankungen, gefolgt von Krebskrankheiten. Bei den ischämischen Herzkrankheiten ergaben sich die statistisch am häufigsten verhinderten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol.

Ausgedrückt in Lebensjahren ergaben sich für 2002 insgesamt rund 29'000 verlorene Lebensjahre, welche auf den Alkoholkonsum zurückzuführen sind (bei Krankheiten ca. 17’500 und bei Unfällen/Verletzungen ca. 11'500 Lebensjahre).

 

 

Somatische Probleme

Psychologische Probleme

Soziale Probleme

Adipositas
Diabetes
Kardiopathie
Arterielle Hypertonie
(Epileptische) Anfälle
Hirnleistungsschwäche
Neuropathie
Myopathie
Sexualstörungen
Infertilität
Haematologische Veränderungen
Larynx-, Oesophagus- und Mundbodentumor
Unter- resp. Fehlernährung
Andere Drogen
Fettleber
Hepatitis
Zirrhose
Lebertumor
Gastritis
Pankreatitis

Schlafstörungen
Depression
Angststörungen
Amnesien
Suizidversuche
Persönlichkeits-

veränderungen
Halluzinationen
Demenz
Spielsucht
Delirium tremens
Entzugserscheinungen

Familiäre Probleme
Scheidung
Obdachlosigkeit
Probleme am Arbeitsplatz
Schulden
Arbeitslosigkeit
Finanzielle Probleme
Strassenverkehr (FIAZ)
Kriminalität