Antabus und medikamentöse Therapie

Zur Unterstützung eines Abstinenzzieles können für einen gewissen Zeitraum im Rahmen von ärztlicher und therapeutischer Begleitung auch Medikamente eingesetzt werden.

Antabus:
Antabus ist ein Vergällungsmittel, welches nur bei Totalabstinenz mit vorgängigem Entzug eingesetzt werden kann. Wenn unter Antabus-Medikation Alkohol eingenommen wird, kann das zu Übelkeit, Schweissausbrüchen, Kopfschmerzen, Erbrechen, Bluthochdruck bis zu Kreislaufkollaps, Herzanfällen und schlimmstenfalls zum Tod führen.

Die Einstellung auf Antabus muss sorgfältig erwogen werden und darf nur unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt werden. Dabei müssen psychische Stabilität, allgemeiner Gesundheitszustand, das Vorliegen körperlicher und psychischer Erkrankungen, die Einnahme sonstiger Medikamente und Vorerfahrungen mit Antabus berücksichtigt werden.

Antabuseinstellungen werden von unserem Hausarzt in Kooperation mit dem Spitalzentrum Oberwallis durchgeführt und und wir geben Antabus auch an bereits eingestellte Antabus-Patienten ab.

Campral:
Campral ist ein Medikament, das unser Arzt zur Aufrechterhaltung der Abstinenz verordnen kann. Voraussetzung ist der erfolgte Alkoholentzug sowie eine reguläre Behandlung. Zum Erreichen der Abstinenz wird Campral nicht empfohlen. Hingegen kann es bei zeitlich begrenzten Rückfällen und aufrechterhaltener Motivation zur Abstinenz weiter verordnet werden.

Die Wirkung von Campral besteht in der Dämpfung der Gier nach Alkohol. Campral verringert die Übererregbarkeit spezieller Nervenzellen im Hirn, die eine Folge chronischen Alkoholkonsums ist. Man vermutet, dass die übermässige Aktivität dieser Nervenzellen – zusammen mit anderen Faktoren - eine wichtige Rolle beim suchtmässigen Verlangen nach Alkohol spielen.

Naltrexon (Naltrexin):

Naltrexon (Markennamen Naltrexin) ist ein Medikament, das in der Schweizerischen Arzneimittelverordnung zur Behandlung der Opiatabhängigkeit regulär zugelassen ist; seit kurzem darf es auch zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit eingesetzt werden.

Naltrexon blockiert die berauschenden, beruhigenden und schmerzlösenden Wirkungen der Opiate (Heroin, Codein, Methadon), blockiert aber auch die körpereigenen Endorphine.

Alkohol setzt die körpereigenen Endorphine frei. Wird deren Wirkung durch Naltrexon blockiert, bleiben die oben beschriebenen angenehmen Gefühle bei Alkoholgenuss aus, was zu einer Reduktion des Verlangens nach Alkohol führen kann. Unser Arzt kann Naltrexon integriert in eine reguläre ambulante Suchtbehandlung zur Aufrechterhaltung der Abstinenzphasen verordnen. Die behandelte Person darf keine Opiatabhängigkeit, keinen Opiatkonsum aufweisen und keine Opioid-Analgetika zu sich nehmen.