Sucht im Betrieb

Die meisten Personalabteilungen in grösseren Unternehmen der Schweiz haben im Rahmen des Absenzenkontrollwesens und/oder der Unfall- und Gesundheitsprävention ein betriebliches Suchtkonzept entwickelt.

  • Darin wird die Grundhaltung des Betriebs gegenüber Suchtmittelkonsum vor und während der Arbeitszeit beschrieben;
  • es existieren Verfahren, die beim Feststellen von diesbezüglichen Verstössen in Kraft treten
  • es existiert ein Konzept, das das Vorgehen im Falle eines Verdachts auf Suchtprobleme regelt.

Die wichtigsten Vorgehenspunkte beim Verdacht auf Suchtprobleme sind:

  • Der/die Vorgesetzte sammelt Fakten über im Zusammenhang mit vermutetem oder nachgewiesenem Suchtmittelkonsum beobachteten Ereignissen
  • In einer ersten Gesprächsrunde wird der Mitarbeiter / die Mitarbeiterin mit diesen Fakten konfrontiert; für die selbstverantwortliche Veränderung der vermuteten Problematik wird dem Mitarbeiter/der Mitarbeiterin eine Frist gesetzt, Beratungs- oder Behandlungsmöglichkeiten werden vorgeschlagen
  • Nach Ablauf der Frist wird das Verhalten des Mitarbeiters / der Mitarbeiterin evaluiert.
  • Zeigt sich, dass die Problematik weiter besteht, wird unter Androhung von Kündigung vom Mitarbeiter /von der Mitarbeiterin verlangt, sich einer vertrauensärztlichen und suchtspezifischen Abklärung zu unterziehen und die von der Fachstelle vorgeschlagene Behandlung durchzuführen; dies als letzte Chance vor dem Hintergrund der angedrohten Kündigung.
  • Die Betriebe übernehmen bei stationären Aufenthalten den vollen Lohnausfall; es gibt Betriebe, welche einen Teil der Behandlung mitfinanzieren.

Die Erfahrung zeigt, dass kleine und mittlere Unternehmen mit solchen Konzepten innerhalb der eigenen Personalressourcen an Grenzen stossen, da die persönlichen Beziehungen unter den Mitarbeitenden weniger anonym sind, keine Peronalabteilung und kein Betriebsarzt zur Verfügung stehen usw. Trotzdem kann mit der Unterstützung einer Fachstelle und eines Hausarztes nach den oben beschriebenen Prinzipien vorgegangen werden. Siehe auch >>hier.