Ist Sucht heilbar?

Ein Thema, welches Betroffene meistens irgendwann beschäftigt. Es geht um die Frage der Identität. Während beispielsweise die AA (anonyme Alkoholiker) davon ausgehen, dass ein «Alkoholiker» das Leben lang Alkoholiker bleibt, wünschten sich viele, dass die Sucht als Krankheit überwunden werden kann.

Mit diesem Thema sollte behutsam ungegangen werden. Das Entwickeln einer Abhängigkeitserkrankung ist ein komplexes, multifaktoriell bedingtes Geschehen, an dem biologische, psychische und soziale Ursachen beteiligt sind. Das heisst, Sucht entwickelt sich in einem längerfristigen Prozess. Dieser Logik folgend, ist auch der Ausstieg aus der Abhängigkeit wieder ein langer Weg, welcher meist auch über Umwege zum Ziel führt. Einige erleben auch nach langen Abstinenzphasen Rückfälle in die alten Suchtmuster.

Anderseits wirkt sich nicht positiv aus, wenn jemand eine total süchtige Identität aufbaut. Das kommt einer Festschreibung gleich, welche die Sucht auch negativ beeinflussen und chronifizieren kann. Wer länger in einer Abhängigkeit verstrickt war, wird diesbezüglich immer eine «Schwäche» mit sich tragen.

Nützlich ist der Aufbau einer gesunden Identität: «Ich bin auch ein ganzer Mensch, wenn ich im Bereich Sucht eine Schwäche mit mir trage». Alle Menschen haben Bereiche in ihrem Leben, mit welchen sie nicht besonders gut klarkommen. Lieber das Gesunde im Menschen stärken, als die ganze Kraft für den Kampf gegen die Sucht verwenden.

Merke: Betroffene müssen gegenüber Abhängigkeiten lebenslang wachsam bleiben!!