Entzug oder Entgiftung des Körpers

Die grosse Mehrheit der Alkoholentzüge findet ohne jede medizinische Betreuung statt. Das Risiko medizinisch unbetreuter Entzüge ist trotzdem nicht zu unterschätzen! In vielen Versorgungsgebieten haben nur ca. 10 – 20% aller betroffenen Personen Kontakt mit suchtspezifischen Einrichtungen, jedoch über 80% mit ihrem Hausarzt.

Der Alkoholentzug durch den Hausarzt gilt als niederschwelligstes Angebot für einen Einstieg jeder Art nachhaltiger Therapie alkoholbezogener Störungen.  (Risikobeurteilung AES- und LARS-Skala für Ärzte und Pflegende >>hier)

Phasen des Alkoholentzugs

Phase     

Dauer   

Symptome

Akuter Alkoholentzug, früher oder milder Entzug

0-48 Std.

Milde Agitation, Angst, Anorexie, Insomnie, Psychomotorische Unruhe, Zittern, Krampanfälle

Später oder schwerer Entzug

24-150 St.  

Extgreme Hyperaktivität, Verwirrtheit, Desorientiertheit, gestörte Sinneswahrnehmung

Post-Alkoholentzug

3-12 Wochen

Angst, Depression, Ermüdung, Reizbarkeit, Feindseligkeit, erhöhte Stressanfälligkeit, SChlafstörungen, Alpträume, Schwitzen, Zittern, Herzklopfen, Verstopfung, Kopfschmerzen, Schwindel,. Psychische Symptomatik persistiert oft länger als die vegetativen Symptome


Parallel zu der durch den Entzug des Alkohols verursachten Symptomatik, spielen auch noch die (vorbestehenden) Symptome protrahierter Intoxikations-Effekte des Alkohols während der Zeit des Entzuges eine wesentliche Rolle:

  • Ängstlich-depressive Symptome bilden sich als psychopathologische Symptome oft erst zwischen dem 10. und 24. Tag nach Trinkende deutlich zurück.
  • Wochen nach Entzug zeigen Alkoholkranke noch erhebliche Veränderungen der Schlafarchitektur.
  • Kognitive Leistungsminderungen sind noch nach Wochen und Monaten nachweisbar.
  • Die Normalisierung pathologischer Laborparameter dauert nach Trinkende 2-5 Wochen.
  • Zirka 2 Wochen nach Alkoholentzug beginnt sich ein erhöhter systolischer Blutdruck zu normalisieren.
  • Noch 3 Wochen nach Entzug besteht eine Störung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrindenachse.
  • Auch Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse sind noch nach 3 Wochen vorhanden.
  • Der Glucosestoffwechsel im Hirn bessert sich erst 16-30 Tage nach Konsumstop.