Informationen für Arbeitgeber

Jetzt reicht's! Unser Mitarbeiter / unsere Mitarbeiter hat definitiv ein Suchtproblem; wir müssen sofort etwas unternehmen; was sollen wir tun?

Bis den Vorgesetzten oder den Mitarbeitern von Suchtkranken endlich der Kragen platzt, kann es Jahre dauern. Wenn es dann passiert, ist es umso verständlicher, dass sie den Wunsch verspüren, dass die Fachleute möglichst zackig das Problem anpacken. Die Schweigepflicht der Fachpersonen, das Patientenrecht und ethische Überlegungen verhindern jedoch ein solches Vorgehen.

Cool down! Nutzen Sie Ihren Ärger, um die vorhandenen Fakten zu analysieren und nüchtern aufzulisten und
packen Sie die Möglichkeit, in der ambulanten Beratung des Via oder der Alkohol- und Drogenberatungsstelle von SUCHT WALLIS in einem Gespräch eine gezielte Strategie zu entwickeln, um Schritt für Schritt den Prozess für eine Problemlösung in Angriff zu nehmen.

Wie eine solche Strategie grundsätzlich aussehen könnte, lesen Sie >>hier.

Sie können auch mir direkt ins Via anrufen, Ulrich Gerber, 027 933 13 33, oder ein persönliches Mail senden.

Noch etwas:

Via Gampel und die Alkohol- und Drogenberatungsstelle von SUCHT WALLIS bieten Unterstützung an für die Erarbeitung und Einrichtung eines betrieblichen Suchtkonzeptes. Musterkonzept und Personalschulungen auf Anfrage.

Woran erkenne ich, ob jemand ein Suchtproblem hat?

Es ist ein Irrtum zu glauben, dass sich eine Suchterkrankung bloss an der Menge und Häufigkeit des Konsums erkennen lässt. Wer abhängig ist, verspürt ein starkes Verlangen nach seinem Suchtmittel, hat die Kontrolle über den Suchtmittelgebrauch verloren und setzt den Konsum trotz eindeutig schädlicher Folgen fort. Die abhängige Person vernachlässigt andere Interessen, muss immer mehr konsumieren, um den gewünschten Effekt zu erzielen und verspürt psychische und/oder körperliche Entzugssymptome, wenn der Konsum reduziert oder abgesetzt wird. Diese Kriterien finden Sie auf dieser Website >>hier

Sind Alkohol, Medikamente und andere Suchtmittel am Arbeitsplatz ein Problem?

In jedem Unternehmen muss mit 5-10% Mitarbeitenden gerechnet werden, die Alkoholprobleme haben. Diese Zahl variiert nach Durchschnittsalter, Geschlechterverteilung sowie der Art der Arbeit. Alkoholabhängige verursachen im Durchschnitt mehr und schwerere Unfälle und sind häufiger krank. Das gleiche gilt für andere Suchtmittel.

Sind Alkohol, Medikamente und andere Suchtmittel, die in der Freizeit konsumiert werden, am Arbeitsplatz ein Problem?

Am Beispiel des Alkohols kann gezeigt werden, dass ein Mitarbeitender, der sonntags um 24 Uhr mit 1,3 Promille schlafen geht, montagmorgens um 07:00 immer noch ca. 0,6 Promille intus hat. Medikamente und Drogen haben eine individuelle Wirkungsdauer, was sich auf die Leistung und im Bereich der Sicherheit krass auswirken kann.

Sollen Mitarbeitende, die ein Suchtproblem haben, entlassen werden?

Viele Unternehmen haben im Zusammenhang mit einem betrieblichen Suchthilfekonzept eine Haltung entwickelt und den Mitarbeitenden kommuniziert, wonach möglichst frühzeitig der Anstoss für eine Behandlung erfolgt, bevor als letzte Konsequenz entlassen wird. Mit einem raffinierten Absenzenmanagement werden Suchtprobleme früher erkannt und es können entsprechend früher die therapeutischen Massnahmen gefordert werden.

Was bedeutet «Co-Abhängigkeit»?

Angehörige oder Mitarbeitende haben oft ein Verhalten entwickelt, das unabsichtlich die Sucht aufrechterhält, auch wenn sie eigentlich das Gegenteil bezwecken wollen. Mit Co-Abhängigkeit werden Verhaltensweisen von Bezugspersonen (z.B. am Arbeitsplatz) oder von einem Bezugssystem (Familie) beschrieben, die das Sucht-Verhalten der abhängigen Person unbewusst unterstützen und damit eine rechtzeitige Therapie verhindern. Co-abhängiges Verhalten ist z.B.: Verantwortung für den anderen übernehmen, Belastungen abnehmen, sein Verhalten entschuldigen oder rechtfertigen, kontrollieren und Vorwürfe machen. Die Stadien des Co-Verhaltens sind: Beschützen, Entschuldigen, Kontrollieren, Anklagen. Leider geschehen viele Entlassungen im Stadium "Anklagen", was das Unternehmen insgesamt viel Geld kostet. Frühinterventionen sind dagegen kostengünstiger.

Wie helfe ich als Vorgesetzter oder Mitarbeiter einem Menschen mit einem Suchtproblem?

Ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin, der/die ein Suchtproblem hat, ist eine schwere Belastung. Auch wenn der Betroffene selbst keine Hilfe annehmen will, sollten sich die Mitarbeitenden oder Vorgesetzten selbst Unterstützung holen. Vielleicht gibt es ein betriebliches Suchthilfekonzept, in welchem das Vorgehen beschrieben wird. Eine spontane, direkte Unterstützung  gibt es über e-Mail, telefonisch oder im Beratungsgespräch im Via Gampel oder bei der Alkohol- und Drogenberatungsstelle von SUCHT WALLIS in Brig- Die Fachleute können unter strikter Einhaltung der Schweigepflicht Wege herausfinden, wie Sie in Ihrem Betrieb konkret vorgehen sollen.

Wie kann ich ein betriebliches Suchthilfekonzept einführen?

Es gibt verschiedene bewährte Konzepte, die als Muster von Via Gampel oder von der Beratungsstelle von SUCHT WALLIS zur Verfügung gestellt werden. Sie können diese an Ihre betrieblichen Gegebenheiten anpassen. Für die Einführung empfehlen wir eine gezielte Schulung der Vorgesetzten, sodass das Konzept "Fleisch am Knochen" bekommt. Kontakt Via Gampel >>hier