Genderspezifische Aspekte in der Suchtbehandlung

Geschlechtsspezifische Angebote im Therapieprogramm zu integrieren, bedeutet, den unterschiedlichen Aspekten der Sucht und Suchtentwicklung von Frauen und Männern im Zusammenhang mit der bio-psycho-sozialen Situation Rechnung zu tragen.

Frauen und Männer werden unterschiedlich sozialisiert. Im Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen und Werten entwickeln sich Abhängigkeiten unter den Geschlechtern unterschiedlich. Während bei den Männern der Konsum von legalen Suchtmitteln (Alkohol und Tabak) fast dazu gehört, neigen Frauen eher dazu, den Konsum zu verdecken. Dies führt zu unterschiedlichen Konsum- und Abhängigkeitsmustern.

In Suchthilfeeinrichtungen ist der Anteil an Frauen mit 25-30% deutlich tiefer als der an Männern. All diese Gründe führen dazu, dass den geschlechtsspezifischen Aspekten in der Suchtbehandlung Rechnung getragen werden muss. Folgende Punkte sind zu beachten:

  • Frauen und männerspezifische Gruppenangebote aufbauen
  • Themen wie Sexualität, Gewalt, Übergriffe, Missbrauch, Opfer/Täter aktiv ansprechen
  • bei Bedarf gleichgeschlechtliche Therapeutinnen und Therapeuten einsetzen
  • Schutz - und Rückzugsräume schaffen
  • Wahren der Privat-und Intimsphäre von Frauen und Männern

Via Gampel geht nach Möglichkeit auf geschlechterspezifische Anliegen ein und trifft die situationsadäquaten Massnahmen patientInnenzentriert.