Wann ist eine stationäre Entwöhnungstherapie indiziert?

Eine stationäre Entwöhnungstherapie ist indiziert, wenn

  • gravierende Probleme im sozialen Bereich oder im körperlichen, psychischen (z.B. schwere zusätzliche psychische Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen Depressionen, Angsterkrankungen) Bereich vorliegen.
  • das soziale Umfeld des Betroffenen keine ausreichende Unterstützung bietet.
  • keine berufliche Integration besteht.
  • keine stabile Wohnsituation gegeben ist.
  • wiederholte Trinkereignisse mit Alkohol während der ambulanten oder teilstationären Behandlung vorgekommen sind.
  • von kognitiv-neuropsychologischer Seite her die betroffene Person dazu in der Lage ist, eine Bereitschaft zur Veränderung vorliegt und eine gewisse Introspektionsfähigkeit sowie eine Bereitschaft, sich aktiv in einen Veränderungsprozess einzulassen, besteht,

Die Behandlung erfolgt je nach Therapieorientierung mit verschiedenen therapeutischen Methoden. Darüber hinaus wird eine individuelle Anpassung an die einzelne Person innerhalb des vorgegebenen Therapieprogramms durchgeführt. Die Verbindung zur Psychotherapie ergibt sich über die Realisierung von verschiedenen empirisch bestimmten Wirkfaktoren. Die Effektivität der stationären Therapie bei Alkoholabhängigkeit konnte vielfach nachgewiesen werden. Neuere Katamnesen aus Entwöhnungseinrichtungen mit einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von ca. drei Monaten (zwischen sechs Wochen und sechs Monaten) bestätigen die hohen Abstinenzraten von ca. 50% (bezogen auf alle behandelten und befragten Betroffenen) im ersten Jahr nach Abschluss der Behandlung. Ein spezieller Wirksamkeitsnachweis der stationären Behandlung bei Alkoholabhängigkeit liegt für die Sicherung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit vor.