Migration und Sucht

Innerhalb der Fachwelt hat das Thema Sucht und Migration in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Migrantinnen und Migranten und deren Kinder (Secondos) haben ein erhöhtes Risiko, eine Abhängigkeit zu entwickeln. Die Immigration alleine ist meist bereits eine belastende Situation, welche migrationsspezifische Kompetenzen erfordert. Dazu kommen die kulturellen und sprachlichen Aspekte, welche zum Gelingen der Immigration transkulturelle und sprachliche Kompetenzen erfordert.

Da nicht für alle Kulturen spezifische Angebote entwickelt werden können, ist es notwendig, dass die Anbieter von Suchtbehandlungen dem Thema Migration Bedeutung zumessen und Kompetenzen in diesem Bereich entwickeln. Folgende Empfehlungen sind zu beachten:

  • Migrationsspezifische Angebote entwickeln (Gruppentherapie)
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Migrationshintergrund anstellen
  • Transkulturelle Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbessern (Weiterbildung)
  • Einbezug und Nutzung der protektiven Ressourcen von Angehörigen und Familienclans (Information, Gespräche)
  • Beizug von Fachleuten mit dem gleichen sprachlichen und kulturellen Hintergrund

Im Via gibt es regelmässig Patientinnen und Patienten mit Migrationshintergrund. Grenzen müssen vorwiegend aufgrund von sprachlichen Voraussetzungen gezogen werden. Wer sich  in der deutschen Sprache nicht minimal verständigen kann, kann nicht in die Therapieangebote integriert werden. Das Angebot Via Wohnen ist diesbezüglich weniger sensibel.