Stationäre Therapie

Im Anschluss an einen qualifizierten Alkoholentzug stellt sich für viele Betroffene die Frage, wie es in Bezug auf die Abhängigkeitserkrankung weiter gehen soll. Wichtig ist es, mit der betroffenen Person gemeinsam das weitere Prozedere zu besprechen, sie bei möglichen zusätzlichen psychischen, sozialen oder körperlichen Problemen oder einer bereits diagnostizierten Komorbidität entsprechend über eine Anschlusstherapie, stationäre Psychotherapie, stationäre soziale Rehabilitation oder Entwöhnungstherapie zu beraten. Die Angebote und Schwerpunkte unterscheiden sich dabei je nach Konzept der jeweiligen Klinik.

Indikation für eine stationäre Entwöhnungstherapie
Sie ist indiziert wenn:

  • gravierende Störungen im körperlichen, psychischen (z.B. schwere zusätzliche psychische Erkrankungen wie Persönlichkeitsstörungen, Depressionen, Angsterkrankungen) oder im sozialen Bereich vorliegen
  • das soziale Umfeld des Betroffenen keine ausreichende Unterstützung bietet
  • keine berufliche Integration besteht
  • keine stabile Wohnsituation gegeben ist
  • wiederholte Trinkereignisse mit Alkohol während der ambulanten oder teilstationären Behandlung vorgekommen sind
  • von kognitiv-neuropsychologischer Seite her die betroffene Person dazu in der Lage ist, eine Bereitschaft zur Veränderung vorliegt und eine gewisse Introspektionsfähigkeit sowie eine Bereitschaft besteht, sich aktiv in einen Veränderungsprozess einzulassen.

Die Behandlung erfolgt je nach Therapieorientierung mit verschiedenen therapeutischen Methoden. Darüber hinaus wird eine individuelle Anpassung an die einzelne Person innerhalb des vorgegebenen Therapieprogramms durchgeführt. Die Verbindung zur Psychotherapie ergibt sich über die Realisierung von verschiedenen, empirisch bestimmten Wirkfaktoren. Die Effektivität der stationären Therapie bei Alkoholabhängigkeit konnte vielfach nachgewiesen werden. Neuere Katamnesen aus Entwöhnungseinrichtungen mit einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von ca. drei Monaten (zwischen sechs Wochen und sechs Monaten) bestätigen die hohen Abstinenzraten von ca. 50% (bezogen auf alle behandelten und befragten Betroffenen) im ersten Jahr nach Abschluss der Behandlung. Ein spezieller Wirksamkeitsnachweis der stationären Behandlung bei Alkoholabhängigkeit liegt für die Sicherung und Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit vor.

Über die therapeutischen Methoden, Bereiche und Angebote im Via >>hier