Statistikberichte und Katamnese

Via Gampel ist seit der Gründung 1992 am nationalen Statistikverbund der deutschschweizer Behandlungszentren für Alkohol- und Medikamentanabhängige angeschlossen. Die verwendete Statistik hat sich inzwischen zu act-info weiterentwickelt. Ab 2001 erfolgte in der gesamten Organisation SUCHT WALLIS (damals LVT genannt) die Einführung des in Kanada entwickelten Suchtforschungsinstrumentes"Addiction Severity Index, im Québec "Index de Gravité de Toxicomanie" ("IGT", übers. "Index des Schweregrades einer Sucht" ) in einer für Schweizer Verhältnisse adaptierten, für das Oberwallis deutschsprachigen, validierten Version. Die Fragen und Datenerhebungen von act-info wurden in den IGT integriert, sodass der Verbleib im deutschschweizer Statistikverbund mit den entsprechenden Vergleichsmöglichkeiten gewährleistet ist.

Mit ca. 90 Fragen werden bei Behandlungsbeginn alle PatientInnen in bezug auf die folgenden 6 Dimensionen befragt:

  • Alkoholkonsum
  • Konsum illegaler Substanzen
  • Psychischer Allgemeinzustand
  • Körperlicher Allgemeinzustand
  • Beziehungssituation/familiäre Situation
  • Arbeit und oekonom. Ressourcen

Vor dem Abshluss der Behandlung erfolgt die Austritts-Datenerhebung.

Beide Datensätze werden anonymisiert der Forschungsabteilung von SUCHT WALLIS zur Weiterverarbeitung übergeben.

Seit 2008 werden die Behandelten 1 Jahr nach Behandlungsabschluss katamnestisch befragt, sodass aus den erhobenen Daten Profilvergleiche, Therapieverlaufsinformationen und Outcome-Informationen dargestellt werden können; innerhalb des Erhebungsinstrumentes können zudem zwischen den erhobenen Dimensionen statistische Zusammenhänge errechnet werden.

Die Tatsache, dass alle Institutionen von SUCHT WALLIS (Beratungsstellen und stationäre Betriebe) den IGT konsequent anwenden, und im Speziellen die Tatsache, dass das Oberwallis ein klar eingrenzbarer demographischer Bezirk mit einer einzigen spezialisierten Suchtbehandlungsorganisation darstellt, macht diese Datenbank mit jedem neuen Jahr zu einer wertvolleren Quelle für die evidenzbasierte Suchtbehandlung.

Anmerkung: Es sprengt zur Zeit den finanziellen bzw. personellen Rahmen der Kapazität unserer Organisation, die Forschungsberichte ins Deutsche zu übersetzen. Wir bitten um Verständnis!