Suchtdefinition (WHO/ICD-10)

Der ältere Begriff Sucht wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durch den Begriff der Abhängigkeit ersetzt. Dabei wird zwischen der psychischen Abhängigkeit, d.h. dem übermächtigen und unwiderstehlichen Verlangen, eine bestimmte Substanz wieder einzunehmen, und körperlicher Abhängigkeit, die durch Dosissteigerung und das Auftreten von Entzugserscheinungen gekennzeichnet ist, unterschieden. Insgesamt handelt es sich bei Abhängigkeit also um ein zwanghaftes Bedürfnis und Angewiesensein auf bestimmte Substanzen. Folgende Kriterien sind für eine Diagnose «Suchtmittelabhängigkeit» relevant:

  • Unbezwingbares Verlangen zur Einnahme und Beschaffung des Suchtmittels
  • Verlust der Kontrolle über das Suchtmittel
  • Tendenz zur Dosissteigerung (Toleranzerhöhung)

  • Psychische und meist auch physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge
  • Es kommt zu körperlichen Entzugserscheinungen

  • Andere Interessen werden zugunsten des Konsums vernachlässigt
     
  • Nachweisbare soziale, körperliche oder psychische Folgeschäden