Gebrauch, Genuss, Missbrauch, Abhängigkeit

Abhängigkeitserzeugende Substanzen haben meist auch eine nützliche Seite als Gebrauchs- oder Genussmittel. Einige dienen als Schlafmittel oder zur Schmerzbekämpfung. Sie werden für religiöse Rituale eingesetzt oder sind kulturell - meist auch mit entsprechenden Verhaltensnormen - verankert. Die Menge, der Zweck und das Mass sowie das Setting (ärztliche Verschreibung) spielen eine wichtige Rolle bei der Verwendung.

  • Der Gebrauch ist eine sinnvolle und hilfreiche Verwendung von Dingen zur persönlichen, gesellschaftlichen und natürlichen Weiterentwicklung.
     
  • Genuss bezieht sich auf den Konsum eines Mittels, welches wir nicht unbedingt brauchen, jedoch gerne konsumieren weil es uns aufgrund seiner angenehmen Wirkung eine kurzfristige Befriedigung schafft.
  • Unter Missbrauch versteht man eine körperlich, psychisch oder sozial schädliche Verwendungsweise von Dingen oder ein selbstschädigendes Verhalten. Häufiger Missbrauch steht in engem Zusammenhang mit ausweichendem Verhalten vor ungelösten Problemen (Problemkonsum). Die ständige Wiederholung dieses Verhaltens führt zu einer Gewöhnung.

  • Steigt der Grad der psychischen oder körperlichen Bindung an das Suchtmittel oder das (süchtige) Verhalten, dann ist Abhängigkeit die Folge. Der süchtige Mensch leidet unter dem Zwang, sich das Suchtmittel in steigernder Dosis zuzuführen. Ziel des Betroffenen ist nicht mehr die berauschende, aufputschende oder dämpfende Wirkung des Suchtmittels, sondern die Verhinderung bzw. Beendigung der Entzugserscheinungen.
  • Dauert eine körperliche und psychische Abhängigkeit an (Chronifizierung), wird sie von sozialen, psychischen und körperlichen Folgeschädigungen begleitet.